file:///C:/DOKUME~1/Georg/LOKALE~1/Temp/FrontPageTempDir/wahunde.gif


Der Ort Hundeshagen (Th�ringen)


In einer der sch�nsten Landschaften Deutschlands, ganz in der N�he des geographischen Mittelpunkts unseres Landes und somit im wundersch�nen Th�ringen, liegt auf dem Eichsfeld der romantische Ort Hundeshagen. Ein Besuch lohnt sich wirklich!

file:///C:/DOKUME~1/Georg/LOKALE~1/Temp/FrontPageTempDir/hunde1.jpg

Hundeshagen liegt im Eichsfeldkreis zwischen Teistungen und Breitenbach und geh�rt zu den l�ngsten D�rfern Deutschlands. Die Einwohnerzahl liegt rund bei 1270.

Zu den Sehensw�rdigkeiten und Ausflugszielen geh�ren: Das Glockenhaus, die Kapelle an der Klust, das Kreuz am Klipperberg, einige noch erhaltene Fachwerkh�user, sowie der Walfahrtsort Etzelsbach.

Hundeshagen ist weit und breit als eichsfeldisches Musikantendorf bekannt, von dessen Einwohnern ein gro�er Teil Jahr f�r Jahr in die verschiedensten Gegenden unseres Vaterlandes hinauszog, um durch Gesang und Musik ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Hundeshagen wird am 15. April 1282 das erstemal urkundlich erw�hnt und ist ringsum von bewaldeten H�hen umgeben. Das zur Flur Hundeshagen geh�rende Ackerland liegt zum gr��ten Teil an Abh�ngen der Erhebungen und war sehr schwer zu bearbeiten. Schon fr�h waren deshalb die Bewohner auf Besch�ftigung von au�erhalb der Heimat angewiesen.

Die Entstehung des Wandergewerbes erkl�rt sich aus der wirtschaftlichen Not der Bev�lkerung und einer von au�en kommenden Anregung.

Die Herren von Westernhagen, deren Gerichtsbarkeit der Ort Hundeshagen unterstand, lie�en Ende des 17. Jahrhunderts auf ihrem Grund und Boden, in der N�he des Dorfes, die Kolonie " Freiheit " entstehen, indem sie dort, wie der Kommisariatsassesor Satorius schreibt (1798) jeden aufnahmen, der den Schutz bezahlte. (Quelle: Kommissariatsarchiv Heiligenstadt).

Da lie� sich der aus Zwickau (B�hmen) stammende Josef Neumann auf der " Freiheit " nieder und verheiratete sich mit einer Elisabeth Siblitz um 1780.

Die Eheschlie�ung ist in Kirchenb�chern nicht eingetragen, aber am 02. April 1781 ist die Taufe ihres Sohnes Christoph und am 15. April 1785 ihrer Tochter Anna eingetragen. Herr Neumann spielte eine ganze Reihe von Instrumenten und wu�te seine junge Frau, die sehr musikalische war, f�r diese edle Kunst zu begeistern.

Er brachte ihr selbst als t�chtiger Musiklehrer das Spielen auf der Begleitharfe bei. Dann zogen sie zusammen auf Wanderschaft und machten Musik, wo immer sich Gelegenheit bot. Die Musik dieser Familie Neumann fand Beifall und das Publikum zeigte sich durch Geldspenden dankbar.

Dabei lebten sie so sparsam, wie sie es gewohnt waren. Nach Monaten kamen sie wieder nach Hause und hatten ein gutes S�mmchen erspielt. Dieser Erfolg im baren Gelde, welcher damals selten auf dem Lande war, erwarb dem eigenartigen Erwerbszweig schnell neue Freunde und Anh�nger. Man kaufte Instrumente wie Harfen, Geigen und Gitarren und ging bei Familie Neumann in die Lehre.

Der am Anfang erw�hnte "Satorius" schreibt 1798, dass die meisten Bewohner der "Freiheit" als Musikanten einen Teil des Jahres umherziehen, in kleinen Kapellen, 3 - 4 Personen stark.

Im Laufe der Jahre bildeten sich dann Harfenistenkapellen, Blaskapellen (6 - 8 Mann stark); aber auch einzelne Personen die mit Drehorgel oder Gl�serkasten durch die Lande zogen.

Lange Jahre hindurch war das Reisen recht beschwerlich. Fast alle Strecken wurden zu Fu� zur�ckgelegt. Manchmal waren sie froh, wenn sie am Waldesrande, in irgend einer engen Schlucht, an einem Bache einen geeigneten Ort fanden, wo sie ein Feuer anz�ndeten und lagern konnten.

Kamen sie an einen gr��eren Ort, so war der erste Gang zum B�rgermeister, um die erforderliche Spielerlaubnis einzuholen, welche auch nur selten verweigert wurde. Erst dann begann das Musizieren auf den Stra�en und �ffentlichen Pl�tzen. In den Pausen wurde das Geld eingesammelt und zugleich das Gasthaus bekannt gegeben, wo am Abend gespielt wurde.

Dort fanden sich dann interessierte Leute ein und das Singen und Spielen ging dann bis tief in die Nacht hinein, manches mal auch bis zum hellen Morgen, solange eben G�ste blieben und zahlten.

Die Anzahl der Kapellen nahm enorm zu, als sie ihre Wegstrecke mit der Eisenbahn zur�cklegen konnten. Seit dieser Zeit findet man Hundeshagener Musikanten in allen preu�ischen Provinzen, in Bayern, in Baden und Sachsen, in Oldenburg und Th�ringen. Besondere Anziehungspunkte waren der K�lner Karneval, die F�rther Kirchweih, die Ulmer Dult, der Bremer Freimarkt sowie das M�nchener Oktoberfest. Auch in der Reichshauptstadt Berlin waren sie bekannt.

Als besonders gute und t�chtige Kapellen galten die von Karl Nachtwey, Michael Pfeil, Johannes Mollenhauer, Josef und Christian Artmann und Gottfried M�ller.

Durch die lange Aus�bung dieses Berufes haben sich die Hundeshagener Musiker an ihr Gewerbe und ihre eigenartige Lebensweise gew�hnt. Beh�rdlicherseits hat man wiederholt den Versuch unternommen, das Wandergewerbe einzuschr�nken und die umherziehenden Musiker anderen Berufen zu zuf�hren.

Schon 1848 war von solchen Ma�nahmen der Erfurter Regierung die Rede. 1867 weist die gleiche Beh�rde darauf hin und erh�hte die Gewerbesteuer.

Der Erfolg blieb jedoch aus, denn die Musikgesellschaften mehrten sich best�ndig. Auch lie� man sich bei den nach 1900 gegr�ndeten Zigarrenfabriken nicht irre machen. Man versprach gute Verdienstm�glichkeiten am Ort, aber man ging weiter auf die Reise (so sagte man).

Im zweiten Weltkrieg ruhte selbstverst�ndlich die Musik. Die M�nner mussten zur Wehrmacht und vergossen ihr Blut f�r das Vaterland, die Harfenm�dchen fanden zum Teil Besch�ftigung in den Munitionsfabriken.

Nach Beendigung des Krieges wurden die Hundeshagener wieder Musiker, 1936/37 waren sie sogar durch die Reichsmusikkammer von der dr�ckenden Gewerbesteuer und von der Pflicht, die Spielerlaubnis einzuholen, befreit und brauchten nur einen monatlichen Beitrag zu zahlen.

Dieser au�ergew�hnliche Verg�nstigung wurde bald zur�ckgezogen. Nur mit M�he haben 1938 30 Musikgesellschaften ihren Gewerbeschein erhalten, w�hrend es 1914 noch 80 waren. Auch kam das vorgeschriebene Landjahr f�r die M�dchen zur Anwendung und die M�nner sollten in der Heimat arbeiten, da Arbeitskr�fte fehlten.

Das damalige SED - Regime untersagte dann im Jahre 1958 ganz dem Wandergewerbe nachzugehen und man stellte keine Gewerbegenehmigungen mehr aus. Somit war das "AUS" der Wandermusikanten besiegelt.

Nun musste man sich eine andere Arbeit suchen um f�r die Familie den Lebensunterhalt zu verdienen.

Ein gro�er Teil der Hundeshagener Wandermusikanten suchten sich Arbeit in der Fremde und waren die ganze Woche nicht zu Haue (Maurer, Zimmerleute - handwerkliche Berufe). Ein anderer Teil nutzte auch die Saisonarbeit wie z.B. im Herbst zur Zuckerfabrik nach Oldisleben und Sangerhausen. Ein geringer Teil blieb auch im Ort, wo eine Zigarrenfabrik existierte (Zweigstelle von Gildemann aus Dingelst�dt).

Als die Zigarrenfabrik im Jahre 1970 geschlossen wurde fanden viele Hundeshagener ihre neue Arbeitsstelle in der Baumwollspinnerei und Zwirnerei Leinefelde, sowie in der damaligen Zentronik in Worbis; sp�ter dann auch im Eichsfelder Zementwerk in Deuna.

Ein sehr geringer Teil der Hundeshagener arbeiten nach der langersehnten Wende und Einheit noch in diesen Betrieben; viele jedoch auch in den alten Bundesl�ndern, weil sie dort Arbeit gefunden haben um mehr Geld zu verdienen. Dabei fahren sie t�glich bis zu 150 km um zur Arbeit, und nach Hause zu kommen.

 

Home
Home Page English
Hundeshagen
Emmerich
Blanc
Hostombe
Bellini de Letise
D�ckhardt
Duckhardt USA
Prinz Raden Saleh
Mataram Kingdom
Namensliste
In Perpetuam Memoriam
Kontakt / Contact

 

Copyright 2016 - All rights reserved -  Any use without prior written permission is expressively forbidden. Images or portions thereof, or written content contained in this web site, may not be reproduced in any form without written consent. Alle Rechte vorbehalten - S�mtliches Bildmaterial, welches auf unseren Internetseiten ver�ffentlicht ist, darf weder kopiert, noch weiterverarbeitet, oder ohne unsere schriftliche Genehmigung an anderer Stelle ver�ffentlicht werden.